Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,  

mit einer gemeinsamen Stellungnahme von 

Andrea Popp, tanzszene Frankfurt;  

Birgit Nitsch, Ballett im Hof Frankfurt und Ballett Niedernhausen;  

Victoria Söntgen, Die Tanzetage Liederbach

wollen wir unsere Einstellung und Verantwortung zur momentanen Pandemielage und zu unterschiedlichen Öffnungsstrategien von Ballettschulen darlegen.

Wir sind seit über 20 Jahren anerkannte Schulen für künstlerischen Tanz und können auf eine Berufsausbildung vorbereiten. Hierfür haben wir entsprechende Bescheinigung vom staatlichen Schulamt.

Mit Beginn des zweiten Lockdowns begann die Diskussion darüber, ob Schulen, die diesen Status haben berechtigt sind zu öffnen. Für Ergänzungsschulen oder Berufsfachschulen galten zudem unterschiedliche Regelungen.

Die Lage war und ist in den einzelnen Bundesländern, Kommunen und auch Städten sehr unterschiedlich. In Frankfurt war es für die Ausbildungsklassen Mitte November nach rechtsanwaltlicher Beratung und nach langem Ämter-Marathon erlaubt zu öffnen. Weit interpretiert hätten das alle Kinder- und Jugend Klassen sein können. Nach der Ministerpräsidentenkonferenz Ende November war es dann auch uns vorausbildenden Schulen untersagt weiter im Präsenzunterricht zu unterrichten. Erwachsene Laienkurse durften sowieso nicht angeboten werden.

Die Ministerpräsidentenkonferenz vom 3. März wird keine Änderung hin zur Öffnung der Ballettschulen beschließen. In Anbetracht der pandemischen Lage mit stagnierenden Zahlen und der noch nicht hinreichend geklärten Gefahr durch die mutierten Virusvarianten, halten wir eine weitere momentane Schließung unserer Schulen für durchaus sinnvoll und nachvollziehbar. Wir möchten uns weiterhin verantwortungsvoll verhalten.

Selbstverständlich kann der Online-Unterricht, den wir alle zurzeit anbieten, den Unterricht im Ballettsaal nicht ersetzen. Er ist begrenzt bezüglich der Niveaustufen, der Korrekturmöglichkeiten und der Dynamik des Miteinanders. Wir alle, Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, leiden unter fehlendem direktem sozialem und körperlichem Kontakt, wünschen uns den Austausch mit andern und wollen wieder im Ballettsaal tanzen.

Sowohl in „normalen“ Zeiten und in der Zeit dieser Pandemie, die uns  wirtschaftlich extrem fordert, stehen wir zu unserer Verantwortung  Tanzunterricht unter methodischen, didaktischen trainingswissenschaftlichen und psychologischen Gesichtspunkten zu erteilen. Denn wir sehen, dass die Förderung zur Selbstständigkeit unserer Schülerschaft wichtiger ist den je. Gesunde Tänzer*innen bedeuten nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Verletzung, sondern das Entwickeln einer Persönlichkeit, die Methoden und Strategien erlernt hat, um mit belastenden Situationen angemessen umgehen zu können. Dies gilt für das tägliche Leben, als auch in der Schule und im Ballettsaal.

Insbesondere Kinder und Jugendlichen sind in dieser Pandemie extrem gefordert, da sie noch nicht über notwendige ausgleichende Strategien verfügen und für ihren Prozess des erwachsen- uns selbständig Werdens den Kontakt mit anderen, das Spiel, die Nähe, Vorbilder dringend benötigen.

Neben vielen anderen Institutionen wird es auch eine Aufgabe von uns Tanzschulen sein, dann dabei zu unterstützen die durch die Pandemie entstandenen Defizite wieder abzubauen, die Entwicklung zu fördern, Selbständigkeit und Vertrauen aufzubauen und wieder Lust zu machen auf ein motivierendes und im positive Sinne forderndes Miteinander.

Wir freuen uns darauf mit Euch / Ihnen allen zusammen dies nach der Wiedereröffnung anzupacken.